Eigentlich sollte heute ein ganz ruhiger Tag werden. Das kleine Tochterkind war bei einem Freund eingeladen und wurde direkt nach dem Hort mitgenommen, ich hatte geplant etwas länger zu arbeiten und danach in Ruhe zuhause zu stricken. Wie das immer so ist, verläuft das Leben nicht nach Plan, schon gar nicht nach meinem. Kurz vor meinem regulären Feierabend, also lange bevor ich gehen wollte, klingelt mein Handy und die Nachbarin erzählt mir, dass der Vermieter meine Wohnung mit dem Ersatzschlüssel geöffnet hat und Bad, Flur und zwei Schlafzimmer unter Wasser stehen. Wann ich denn heimkäme? Na, in dem Fall dann doch lieber sofort. Als ich ankam hatten Nachbarn und Vermieter freundlicherweise schon das Gröbste aufgewischt und ich musste nur noch nachputzen, einige Gegenstände trockenlegen und Wäsche waschen. Aus dem schnellen Anbringen von vier Zählern an den Waschmaschinen würde ein nasses Haus, jede Etage hat etwas abbekommen. Das passiert, wenn eine stillgelegte Wasserleitung nicht gekennzeichnet wird und man dem Installateur sagt, er soll doch auch gerade noch sämtliche Abstellhähne austauschen. Der stellt dann hinterher überall brav das Wasser wieder an und flutet die längst vergessene Leitung und offensichtlich die ganze Wand.
Einen geruhsamen Feierabend habe ich mir wahrlich anders vorgestellt. Positiv daran ist nur, dass ich jetzt endlich mal Zeit zum Putzen gefunden habe.

